Willkommenskultur im Kiez unterwegs

Kiezreporter
// 26.07.2012 // Martina Wilczynski

Einen weiteren Einblick in das Schlaatzer Kiezleben gab es gestern wieder zu erleben.

Im Rahmen der Stadtteilspaziergänge der „Willkommenskultur Am Schlaatz“ fanden sich interessierte Bürger ein, um sich über das Kiezleben und die Aktivitäten zu informieren.

 

Zunächst ging es in das Studio des stadtteileigenen Radiosender „Kiezradio – schlaatzfm“.

Hier lernten sie mit Michael Kiesewetter einen echten Radioprofi kennen. Der Chef des Kiezradios erklärte wie die Sendetechnik geht, worauf er bei Live - Sendungen und bei Aufzeichnungen zu achten hat. Interessant ist die Radiowelt ja schon und bietet gerade auch hier Am Schlaatz viele Möglichkeiten, um selbst Radio zumachen. Vor allem als Kiezreporterin und Kiezreporter kann man aktiv Gutes und nicht so Gutes vor der eigenen Haustür aufgreifen und zum Sendethema machen. Davon hörte auch die Radiopraktikantin Sandra, die seit einiger Zeit am Radioprogramm mitarbeitet. Aus Spaß an der Freude eilt sie mit dem Aufnahmegerät zu vielen Höhepunkten im Kiez, um dort O-Töne für das Radioprogramm einzufangen.

 

Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass das Kiezradio für die Menschen hier Kiez da ist und als ihre Stimme für ihre Nöte aber auch High Lights geschaffen wurde. Wer also schon immer mal Radio machen wollte, der hat hier eine Chance dazu und ist im Radioteam jeder Zeit herzlich Willkommen.

 

Als nächster Anlaufpunkt stand der Besuch im Mieterclub im Hochhaus Schilfhof 20 auf dem Programm. Schon unten an der Eingangstür gab es ein herzliches Willkommen von Mieterclubchefin Petra Sell. Sie leitet den Mieterclub seit Jahren mit wachsendem Erfolg und versucht ihre ungefähr 180 Mitbewohnerinnen und Mitbewohner im Haus in die vielen Aktivitäten des Mieterclubs einzubeziehen.

 

So ein 16stöckiges Hochhaus mit insgesamt 92 Wohnungen kann man schon als ein Dorf in die Höhe gebaut betrachten. Nicht jeder kennt jeden und nicht jeder grüßt jeden. Und so sind die beiden Aufzüge zu dem Begriff Hochhaus U-Bahn gekommen. Wo Menschen, ähnlich wie in der U-Bahn, eng nebeneinander stehen, den Blick zum Boden gesenkt kaum Notiz von dem Menschen neben sich nehmen. Diesen Zustand wollte Petra Sell und ihr Vorstand im Mieterclub nicht so stehen lassen. Mit gemeinsamen Festen, Begrüßungsabenden für Neu-Zugezogene im Haus, Druschba-Club sowie Schreib- und Kinderclub, kann sich das Gemeinschaftsleben in diesem Haus sehen lassen und als einzigartig betrachtet werden. Nicht zuletzt trägt so viel gemeinsame Aktivität dazu bei, dass man nun weiß, wer nebenan wohnt und wie er heisst. Selbstverständlich hat sich das freundliche Grüßen in der Hochhaus U-Bahn zu einer fast selbstverständlichen Umgangsweise entwickelt.

 

Wenn man als Schlaatz-Bewohner in einem Hochhaus zu Gast ist, dann darf ein Blick aus luftiger Höhe über Potsdams Dächern nicht fehlen. Von Weitem grüßen die Windräder im Nauener Land, das Belvedere auf dem Pfingstberg und man glaubt es kaum, auch das Allianzhochhaus tief drin in Berlin. Das Panorama ist wirklich eins, in dem man sich verlieren kann. Deutlich wurde beim Blick nach allen Seiten des Hochhauses, wie wunderbar grün Potsdam ist.

 

Sicher mögen diese Beschreibungen bei dem einen oder anderen Leser dieses Artikels Lust und Interesse auf Hochhausleben gemacht haben. Doch da muss die Autorin enttäuschen. Im Moment ist keine Wohnung im Schilfhof 20 frei. Was auch wieder ein klares Zeichen dafür ist, wie wohl sich die Leute in ihrem hochgestapelten Dorf fühlen. Bleibt Petra Sell und ihren Aktiven sehr zu wünschen, dass die Früchte ihrer wichtigen Arbeit noch sichtbarer werden als bisher. Zur Zeit bereitet sie und ihre Aktiven im Mieterclub 20 das Sommerfest am 11. August vor.

 

Das Fazit des Stadtteilspaziergangs war, der Schlaatz ist besser als sein Ruf und bietet selbst für schon länger hier lebende Menschen positiv Überraschendes!

 

In diesem Sinne, herzliche Grüße aus dem Kiez in den Kiez :-)

 

Ihre und Eure Martina Wilczynski aus dem Haus der Generationen und Kulturen

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