Gesundheit ist mehr als Arzttermine und Medikamente. Das zeigte ein Schlaatz-Walk, bei dem Expert:innen aus Gesundheitsplanung und Stadtentwicklung sowie Akteure aus dem Stadtteil gemeinsam unterwegs waren. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Menschen im Schlaatz brauchen, um gesund leben zu können, und welche Angebote bereits vorhanden sind.
Gesundheit soll in der Stadtplanung mitgedacht werden Gesundheit beginnt auch dort, wo Wohnungen, Wege, Grünflächen und soziale Infrastruktur geplant werden. Barrierefreiheit, attraktive Freiräume, ausreichend Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie sichere Wege sind wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Diese Themen werden bereits in der Stadtplanung berücksichtigt. Eine integrierte Gesundheitsplanung soll jedoch noch stärker auf die Verzahnung von Stadtplanung und Gesundheitsplanung in Potsdam achten und die Gesundheitsversorgung bei Planungen gezielter mitdenken.
Mehr Angebote als viele vermuten Ein Beispiel ist das Friedrich-Reinsch-Haus. Dort gibt es regelmäßig Sportangebote, unter anderem für Senior:innen. Neben klassischen Sportgruppen gibt es auch bewegtere Formate wie Tanzfitness mit Elementen für Rücken und Entspannung. Es zeigte sich außerdem, dass Sprachkenntnisse nicht immer entscheidend sind, weil viel über Vormachen und Mitmachen funktioniert. Auch Vorträge zu Gesundheitsthemen werden angeboten. Schauen Sie gern mal vorbei.
Die Apotheke als wichtige Anlaufstelle Wie schon in der letzten TauZone beschrieben, übernimmt die Apotheke am Schlaatz weit mehr als die Abgabe von Medikamenten. Viele Menschen kommen mit Fragen, Unsicherheiten und dem Wunsch nach Erklärung. Ein zentrales Thema ist Verständigung, weil im Schlaatz viele Sprachen und Hintergründe zusammenkommen. Mehrsprachige Teams helfen, wenn es um Dosierung, Wechselwirkungen oder die Anwendung von Geräten geht. Auch wenn Arztgespräche kurz sind oder verschiedene Ärzt:innen beteiligt sind, wird die Apotheke oft zum Ort, der sortiert und erklärt.
Wo es weiterhin hakt Trotz vieler Bausteine bleibt die Sorge über fehlende Facharztpraxen. Besonders deutlich wurde der Bedarf bei der kinderärztlichen Versorgung in der Nähe. Gleichzeitig wurde erklärt, dass die Stadt darauf nur begrenzt Einfluss hat, weil die Verteilung von Kassensitzen nicht nach Stadtteilen gesteuert wird. Für viele Anwohner:innen im Schlaatz bedeutet das zusätzliche Wege, Aufwand und Wartezeiten. Als entlastendes Angebot wurde eine kostenfreie kinderärztliche Sprechstunde – organisiert über die AWO – im Stadtteil genannt, die Familien bei akuten Erkrankungen, Vorsorge, Impfungen, Attesten und Entwicklungsfragen unterstützt.
Im Schlaatz gibt es viele Gesundheitsangebote, die im Alltag helfen können, oft sind sie nur zu wenig bekannt. Wenn Informationen leichter zugänglich werden und Versorgung bei der Stadtteilentwicklung konsequent mitgedacht wird, profitieren alle, die hier leben.
Weitere Infos zum Schlaatz-Walk mit dem Thema Gesundheit und andere spannende Podcast finde Sie auf wir-machen-schlaatz.de.
Das PlanLabor-Team
